Datenschutz Aktualisiert: Mai 2026

DSGVO-konforme KI-Tools für Schulen: Vergleich und Auswahl-Checkliste

Welche KI-Tools sind in deutschen Schulen tatsächlich einsetzbar? Acht etablierte Anbieter im Direktvergleich, sechs Auswahlkriterien, eine Checkliste — alles mit Stand 2026.

  • 11 Minuten Lesezeit
  • Für: Schulleitungen, Datenschutzbeauftragte, IT-Koordinator:innen
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  • 8 Tools verglichen
  • 6 Auswahlkriterien
  • 8-Punkte-Checkliste

Was bedeutet DSGVO-konform?

„DSGVO-konform" ist kein TÜV-Siegel. Es ist eine Bewertung aus mehreren Faktoren: Hosting, Vertrag, Konfiguration, tatsächlicher Einsatz. Ein Tool kann DSGVO-konform sein und falsch konfiguriert trotzdem Verstöße produzieren — und umgekehrt.

Diese Seite ist ein Orientierungs-Rahmen, keine Rechts­beratung. Letztverantwortlich bleibt der Datenschutzbeauftragte deiner Schule oder deines Schulträgers.

Sechs Auswahlkriterien

Diese sechs Punkte entscheiden, ob ein Tool für deine Schule taugt.

1

Hosting in EU/DE

Server-Standort in EU oder Deutschland. US-Anbieter brauchen zusätzliche Schrems-II-Prüfung.

2

AVV-Vertrag verfügbar

Anbieter stellt einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag (Art. 28 DSGVO) bereit, der zur Schul-Situation passt.

3

Schul-Konten / Anonymisierung

Schüler:innen-Konten ohne Klarnamen oder mit anonymisierten IDs — keine privaten Konten erforderlich.

4

Trainingsdaten-Garantie

Anbieter garantiert: Eure Daten werden NICHT zum Modell-Training verwendet (entscheidend bei OpenAI, Google, Microsoft).

5

Logging und Löschung

Klare Aussagen zu: Wie lange werden Prompts/Antworten gespeichert? Wie können Daten gelöscht werden?

6

Schul-Referenzen

Anbieter wird bereits von vergleichbaren Schulen/Schulträgern genutzt. Erste Schule sein heißt: höheres Risiko.

Acht Tools im Direktvergleich

Stand Mai 2026. Bei Vertragsabschluss aktuelle Anbieter-Dokumentation prüfen.

Tool Sitz Hosting AVV Training Bewertung
fobizz Speziell für Schulen entwickelt Deutschland DE (Hetzner) Ja, schultauglich Nein Sehr gut
SchulKI Anonymisierte Klassenraum-Nutzung Deutschland DE Ja Nein Sehr gut
Microsoft Copilot for Education M365-Integration, sehr verbreitet USA EU-Datacenter Ja (M365-Standard) Nein Gut (mit Bedingungen)
Google Workspace + Gemini Chromebooks, Workspace for Education USA EU-Datacenter Ja (Workspace-Standard) Nein Gut (mit Bedingungen)
Telekom KI/Cloud Open-Telekom-Cloud, deutscher Anbieter Deutschland DE Ja Nein Sehr gut
IONOS AI Hub API-Zugriff auf offene Modelle, DE-Hosting Deutschland DE Ja Nein Gut
Open Source lokal (Llama, Mistral) Volle Datenhoheit, höchster IT-Aufwand Selbstgehostet Eure Server Nicht nötig Nein (eigene Kontrolle) Sehr gut
OpenAI ChatGPT Team/Edu Beste Modell-Qualität, höchste Reibung USA EU-Datacenter (Edu) Ja (Edu-Lizenz) Nein Mittel (US-Anbieter)

Auswahl-Checkliste

Acht Fragen, die du vor jedem Vertragsabschluss klären solltest.

  • Hat der Anbieter EU-/DE-Hosting?
  • Ist ein AVV-Vertrag verfügbar — und passt er zur Schul-Situation?
  • Werden eure Daten zum Modell-Training genutzt? (Schriftliche Aussage einholen.)
  • Können Schüler-Konten ohne Klarnamen angelegt werden?
  • Wie lange werden Logs gespeichert? Wie löscht man sie?
  • Hat euer Schulträger oder Bundesland eine offizielle Empfehlung oder Sperre?
  • Habt ihr eine Referenzschule, die das Tool bereits einsetzt?
  • Ist das Tool im Schulträger-Vertrag vergünstigt oder vorinstalliert?

Lokal hostbare Modelle

Open-Source-Modelle wie Llama 4 (Meta), Mistral Large oder DeepSeek V3 lassen sich auf eigenen Servern betreiben. Vorteil: volle Datenhoheit, keine externen Anbieter, keine AVV-Komplexität.

Nachteile: Hardware-Bedarf (GPU-Server, 5.000–30.000 € einmalig), IT-Personal mit ML-Kenntnissen, langsamere Modell-Updates. Sinnvoll ab Schulträger-Ebene oder für sehr große Schulen — nicht für die einzelne Grundschule.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT in der Schule DSGVO-konform nutzbar?

Privat-Konten (ChatGPT free/Plus) sind für schulische Nutzung mit personen­bezogenen Daten nicht DSGVO-konform. ChatGPT Edu (Schul-Lizenz) hat einen AVV, EU-Hosting und keinen Trainings­zugriff — damit ist es einsetzbar. Trotzdem: US-Anbieter, also Schrems-II-Prüfung mitlaufen lassen.

Was ist mit dem Schrems-II-Urteil?

Das EuGH-Urteil von 2020 macht US-Datentransfer kompliziert. Microsoft, Google und OpenAI haben darauf reagiert mit EU-Datacentern und Vertrags-Anpassungen. Restrisiko bleibt — viele Schulträger akzeptieren es, einige nicht. Klärung beim DSB.

Warum gibt es so große Unterschiede zwischen Bundesländern?

Datenschutz ist Ländersache. Hamburg, Baden-Württemberg und NRW haben eigene Schul-Empfehlungen. Sachsen, Bayern, SH ebenso. Aktuelle Bundesland-Übersicht findest du im Hauptratgeber.

Ist eine selbst-gehostete Llama-Lösung wirklich sinnvoll?

Für große Schulen / Schulträger ja. Volle Datenhoheit, keine externen Abhängigkeiten, langfristig oft günstiger. Aber: Server, GPU, IT-Personal und Wartungsverträge notwendig. Erst ab ca. 1.000 aktiven Nutzer:innen wirtschaftlich.

Wie schnell ändern sich die Anbieter-Konditionen?

Schneller als andere DSGVO-Bereiche. OpenAI, Google, Microsoft passen Verträge halbjährlich an. Diese Seite spiegelt den Stand Mai 2026 — vor Vertragsabschluss aktuelle Anbieter-Dokumentation prüfen.

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