Bildung ist Ländersache — und beim Thema KI gehen die 16 Länder erkennbar unterschiedliche Wege: vom rechtsverbindlichen Rahmen über Handreichungen bis zum Land ganz ohne Leitfaden. Hier findest du, was in deinem Bundesland gilt: Prüfungen, Datenschutz, Schülernutzung — mit offiziellen Quellen.
Alphabetisch sortiert. Der Status zeigt, ob es eine offizielle Handreichung gibt, das Land einen eigenen Weg geht — oder (noch) nichts Landesweites existiert. Dazu jeweils: Wie verbindlich ist das, und was gilt bei Prüfungen, Datenschutz und Schülernutzung?
11Länder mit offizieller Handreichung
4Länder mit eigenem Weg über Gesetze, Tools oder Pflichtkurse
Rechtsverbindlich geregelt nach § 115b Abs. 9 SchG in Verbindung mit § 6 DUVO: KI darf den individuellen Lernweg unterstützen — die abschließende Bewertung bleibt den Lehrkräften vorbehalten.
Prüfungen & Bewertung
KI darf keine Noten vergeben und keine wesentlichen schulischen Entscheidungen treffen — die Bewertung liegt vollständig bei der Lehrkraft.
Datenschutz
Für besonders geschützte Daten nach Art. 9 DSGVO — etwa Gesundheits- oder Religionsdaten — gelten besonders hohe Hürden. Ob eine Verarbeitung zulässig ist, muss für Anwendung, Zweck und Rechtsgrundlage konkret geprüft werden; eine allgemeine KI-Freigabe folgt daraus nicht.
Das KI-Zentrum Schule des ZSL sitzt im Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn; Fortbildungen entwickelt das Landesfachteam Künstliche Intelligenz am ZSL.
BY
Bayern
Handreichung
Handlungsleitfaden „Künstliche Intelligenz in der pädagogischen Praxis" — Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Stand Mai 2026
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
KI soll Schulleitungen, Verwaltungs- und Lehrkräfte in ihren Arbeitsprozessen unterstützen; KI-generierte Inhalte sind kritisch zu prüfen.
Strukturierter Prozess zur rechtlichen und pädagogischen Prüfung der Tool-Auswahl an der Schule; eine automatische Rechtssicherheit folgt daraus nicht.
Prüfungen & Bewertung
Hinweise zu Sicherheit und Fairness bei Leistungsnachweisen samt Checkliste „KI-Unterschleif — Prävention und Intervention"; für unerlaubte KI-Hilfe gelten die bestehenden Unterschleif-Regeln der Schulordnungen. Zum Schuljahr 2026/27 hat Bayern außerdem die Prüfungskultur geändert (GVBl. 2026 S. 425): Am Gymnasium sinkt die Mindestzahl der Schulaufgaben in Deutsch 5–8 und in Mathematik 9 von vier auf drei; die Realschulordnung nennt ab 1. August 2026 Debatte, Projektpräsentation, E-Book und E-Portfolio als gleichwertige Formate. Begründet wird das mit mehr Flexibilität und Schreibzeit — KI erwähnt das Ministerium nur als Grund, warum das Überarbeiten von Texten wichtiger wird.
Schülernutzung
Über die kostenfreien KI-Funktionen der ByCS-Lernplattform und AIS.chat auch im Unterricht — im Rahmen der Vorgaben des Leitfadens.
Informatik ist an allen weiterführenden Schularten Pflichtfach und bildet mit den Bildungszielen Medienbildung und Technische Bildung die Grundlage für KI-Kompetenz; dazu das KI-Kompetenzzentrum KIKO der ALP Dillingen.
BE
Berlin
Handreichung
„Empfehlungen für den Umgang mit KI-Anwendungen am Beispiel von ChatGPT" — Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, 2. Fassung, April 2024
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Zeigt konkrete Einsatzmöglichkeiten im Unterricht — Texte übersetzen, komplexe Sachverhalte erklären lassen, Selbsttests, kriteriengeleitetes Feedback zu eigenen Texten.
Prüfungen & Bewertung
Drei Fallgruppen: Ist die KI-Bedienung selbst die Leistungsanforderung, ist sie bewertbar; die fachliche Analyse von KI-Output ist Eigenleistung; ungekennzeichnete Übernahme ist eine Täuschung und mit „ungenügend" zu bewerten. KI-Output ist nach Zitierregeln als Fremdwissen auszuweisen.
Datenschutz
Lehrkräfte dürfen keine personenbezogenen Schülerdaten in KI-Anwendungen eingeben.
Schülernutzung
Private Schüler-Accounts dürfen nicht angeordnet werden — eine Einwilligung wäre nicht freiwillig, wenn bei Nichtnutzung Nachteile drohen. Über AIS.chat haben Schüler:innen keinen eigenen Zugang, sondern arbeiten mit Lernszenarien, die Lehrkräfte per Link oder QR-Code teilen.
Ordnet ChatGPT rechtlich ein: Freiwillige private Nutzung ist ein selbst zu bezahlendes Arbeitsmittel; als Lernmittel nach § 50 SchulG lässt es sich nicht fassen, eher als allgemeines Werkzeug wie eine Suchmaschine oder ein Taschenrechner.
BB
Brandenburg
Handreichung
„Handlungsleitfaden zur Nutzung von textgenerierenden KI-Anwendungen an Schulen" — Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, 2023, wird regelmäßig aktualisiert
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Ein Verbot, KI im Unterricht zu thematisieren und didaktisch zu nutzen, sei keine tragfähige Reaktion — den Rahmen gibt das Basiscurriculum Medienbildung.
Langfristig wird ein Paradigmenwechsel in der Aufgaben- und Prüfungskultur gefordert.
Prüfungen & Bewertung
„Eine rein durch KI generierte Leistung ist keine eigenständige Leistung der Schülerin oder des Schülers." Ungekennzeichnete Übernahme ist eine Täuschung über die Autorenschaft; ist KI ausdrücklich ausgeschlossen, zusätzlich ein unzulässiges Hilfsmittel und ein Täuschungsversuch. Das Verfahren richtet sich nach § 57 BbgSchulG.
Datenschutz
Keine personenbezogenen Daten der Schüler:innen eingeben. KI-generierte Übungen lassen sich etwa in die Schul-Cloud Brandenburg einbinden.
Schülernutzung
AIS.chat steht Lehrkräften über das Schulportal für dienstliche Zwecke zur Verfügung; die Schulleitung aktiviert es einmalig in VIDIS. Seit August 2026 auch an Schulen in freier Trägerschaft.
„Empfehlung zum Umgang mit auf künstlicher Intelligenz basierenden Tools in Schule" — Der Senator für Kinder und Bildung, Juni 2025, überarbeitet Mai 2026
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
KI-Nutzung ist ausdrücklich erlaubt und soll pädagogisch begleitet werden; wer auf KI verzichtet, darf keinen Nachteil haben.
Lehrkräfte dürfen KI für Planung, Differenzierung und Elternkommunikation nutzen — die Bewertungsverantwortung bleibt bei ihnen.
Prüfungen & Bewertung
In Klassenarbeiten und Klausuren sowie in schriftlichen (ZAP, Abitur), mündlichen und fachpraktischen Prüfungen ist KI nicht erlaubt — unerlaubter Einsatz ist Täuschung nach § 40 Abs. 4 BremSchulG. Eine zuverlässige Überprüfung durch KI-Erkennungssysteme gilt als ausgeschlossen. Zulässig ist KI in Klausurersatzleistungen und in der laufenden Unterrichtsarbeit (Präsentationen, Referate, Hausaufgaben) sowie in den Projektarbeiten in Jahrgang 10 und Q1 — mit Dokumentationspflicht und Eigenständigkeitserklärung.
Datenschutz
Keine personenbezogenen oder sensiblen Daten eingeben. Die Bremer Handreichung bezeichnet AIS.chat als DSGVO-konform und nennt daneben kostenpflichtige „KI-Klassenräume" wie fobizz und SchulKI. Für die konkrete Nutzung bleiben Vertrag, Konfiguration und schulische Freigabe maßgeblich.
Schülernutzung
Über die AIS.chat-Landeslizenz, für alle Schulen kostenlos. Wer KI nicht nutzt, darf keinen Nachteil haben.
Nennt konkrete Indizien für einen Anscheinsbeweis bei KI-Verdacht — Brüche in Stil und Fehlerbild, erfundene Quellen, Widersprüche zum Erfahrungswissen — und hält dann eine Beweislastumkehr für möglich.
HH
Hamburg
Handreichung
„Leitlinien für den Einsatz von KI-Systemen in Schule und Unterricht" — Kompetenzstelle KI am Landesinstitut Hamburg (LI), Stand April 2024
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Die Leitlinien begründen, warum und wie KI-Systeme in Schulen eingesetzt werden sollen, und erscheinen als digitaler Lernkurs im KI-Portal des Landesinstituts.
Aufgabenkultur: Aufgaben so stellen, dass Lernende kreativ und eigenständig arbeiten — geschlossene Aufgaben für Projekte gelten als nicht mehr sinnvoll.
Prüfungen & Bewertung
Das Rechtskapitel der Leitlinien hat eigene Abschnitte zur Leistungsbewertung, zum Umgang mit nicht deklariertem KI-Einsatz und zur Kennzeichnung der KI-Nutzung.
Datenschutz
Datenschutz und Urheberrecht sind eigene Abschnitte des Rechtskapitels; das Landesinstitut stellt eine „KI-Ampel" als Orientierungshilfe bereit.
Schülernutzung
Der landeseigene Chatbot „AIS Schule" steht bereits einigen Lehrkräften zur Verfügung; über die Freischaltung für weitere Schulen informiert die Schulleitung.
Eigene Kompetenzstelle KI am Landesinstitut, die die Leitlinien verantwortet.
HE
Hessen
Handreichung
Handreichung „Künstliche Intelligenz (KI) in Schule und Unterricht" — Kultusministerium, Stand Juli 2023
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Anwendungsszenarien und rechtlicher Rahmen: Lehrkräfte sollen KI sinnvoll in den Schulalltag integrieren.
Erstes Landesfach mit KI im Namen: „KI und Digitale Welt" ab Schuljahr 2027/28 in Jahrgang 5, ab 2028/29 in Jahrgang 6 — einstündig oder epochal. Thüringen unterrichtet bereits seit 2024/25 das Pflichtfach „Medienbildung und Informatik".
Prüfungen & Bewertung
Keine expliziten Prüfungsregeln in der Handreichung — es gelten die allgemeinen prüfungsrechtlichen Vorgaben des Landes.
Schülernutzung
Schüler:innen sollen KI reflektiert und kompetent nutzen — KI ersetzt kein selbstständiges Denken.
Für den schulischen Einsatz von AIS.chat brauchen Lehrkräfte einen Einführungsnachweis, erhältlich ausschließlich über die Hessische Lehrkräfteakademie — per Selbstlernkurs, Praxiseinstieg oder Kompaktschulung. Ab 2027/28 kommt ein verpflichtender „Medienführerschein" in Jahrgang 4 der Grundschule dazu. Ab 2029/30 wird „KI und Digitale Welt" im Wahl- und Wahlpflichtunterricht fortgeführt, mit Belegpflicht in Jahrgang 7 oder 8 (Haupt- und Realschule) bzw. 9 oder 10 (Gymnasium), je eine Wochenstunde. Die Qualifizierung der Lehrkräfte startet 2026/27.
MV
Mecklenburg-Vorpommern
Handreichung
„Handlungsleitfaden — Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden" — Bildungsministerium M-V, 2024
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Ein KI-Verbot wird als „realitätsfern und nicht durchhaltbar" bezeichnet; die Nutzung durch Lehrkräfte ist ausdrücklich empfohlen.
Prüfungen & Bewertung
KI trotz Ausschluss genutzt gilt als unzulässiges Hilfsmittel bzw. Täuschungsversuch (§§ 62, 67 SchulG M-V); KI-Hilfen bei häuslichen Arbeiten sind vollständig anzugeben, mündliche Formate werden empfohlen.
Datenschutz
Die Schulleitung trägt die Verantwortung für den schulischen Datenschutz. Vor dem Einsatz sind Datenarten, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen sowie die Notwendigkeit eines Auftragsverarbeitungsvertrags zu prüfen. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist nur erforderlich, wenn die Voraussetzungen des Art. 35 DSGVO im konkreten Fall erfüllt sind.
Schülernutzung
Die Handreichung empfiehlt für die individuelle Arbeit virtuelle Klassenräume mit pseudonymisierten Zugängen; das ist eine Empfehlung, keine pauschale Zulassung jedes Angebots.
Eigener Weg: fobizz-Fortbildungen und KI-Assistenzen stehen Lehrkräften nach Registrierung kostenfrei zur Verfügung. Die Landtagsantwort vom April 2026 nennt für die FelloFish-Pilotierung 16 Schulen und höchstens 49 Lizenzen pro Schule. Die Auswertung erfolgt intern und praxisbezogen; eine externe wissenschaftliche Evaluation findet laut Landesregierung nicht statt.
NI
Niedersachsen
Eigener Weg
NLQ-Handlungsempfehlung zum unterrichtlichen KI-Einsatz (am Beispiel ChatGPT) — Landesinstitut NLQ / n-21, 2023 — seit Auflösung von n-21 nicht mehr online
Verbindlichkeit: Empfehlung des Landesinstituts — fachliche Orientierung
Keine klassische Ministeriums-Handreichung. Die NLQ-Handlungsempfehlung von 2023 lag beim Verein n-21, der sich in Liquidation befindet, und ist dort nicht mehr abrufbar.
AIS.chat steht Lehrkräften seit dem 13. Februar 2026 landesweit zur Verfügung, bereitgestellt über das Medienregal der Niedersächsischen Bildungscloud; vorausgegangen war eine Pilotphase mit 30 Schulen und vier Studienseminaren.
Datenschutz
AIS.chat läuft auf Servern innerhalb der EU; Nutzungsdaten werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht zum Training der KI verwendet.
Schülernutzung
Lehrkräfte können AIS.chat für ihre Lerngruppe einstellen — das Ministerium nennt als Beispiel einen Schreib-Coach, der Feedback zur Erörterung gibt.
Das NLQ bietet ein eigenes Fortbildungsangebot zu KI; Informationsmaterial zu AIS.chat liegt im Niedersächsischen Bildungsportal.
NW
Nordrhein-Westfalen
Handreichung
„Handlungsleitfaden zum Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen" — Schulministerium NRW, Februar 2023, ergänzt um weitere Materialien
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Nach eigener Angabe das erste Bundesland mit einem Leitfaden (Februar 2023). Textgenerierende KI biete Lehrkräften zahlreiche Möglichkeiten — etwa, Texte zu differenzieren oder Elternbriefe zu entwerfen.
Prüfungen & Bewertung
Präsentationen der Arbeitsergebnisse werden wichtiger, der Arbeitsprozess soll stärker in die Bewertung eingehen.
Schülernutzung
Ziel ist, einen lernförderlichen KI-Einsatz zu erproben. Für Lehrkräfte gibt es einen frei zugänglichen Selbstlernkurs auf LOGINEO NRW LMS, der auch einen lokal laufenden Chatbot (GPT4All) vorstellt; Schulen können ihn in ihr eigenes Moodle übernehmen.
Auf Initiative NRWs richtete die KMK im März 2023 eine Arbeitsgruppe zu KI ein. Seit November 2025 läuft die kostenfreie Fortbildungsinitiative „KI-Skilling.NRW" für Lehrkräfte.
RP
Rheinland-Pfalz
Keine Handreichung
Verbindlichkeit: Kein Regelwerk — Steuerung über Portale & Tool-Zugänge
Keine eigene landesweite Handreichung genannt — das Ministeriums-Portal „KI im Klassenzimmer" verweist auf Leitfäden anderer Länder, darunter NRW und Bayern.
Fokus auf Fortbildung und Zugang statt Regelwerk: der Selbstlernkurs „ChatGPT kennen und für den Unterricht nutzen" des Pädagogischen Landesinstituts plus fobizz-Landeslizenz.
Schülernutzung
Lehrkräfte dürfen die fobizz-Werkzeuge auch mit Schüler:innen im Unterricht nutzen; einen eigenen Zugang erhalten Schüler:innen nicht.
Die fobizz-Landeslizenz läuft seit Februar 2024 und wurde am 9. Februar 2026 erneut verlängert, für weniger als 1,4 Millionen Euro. Bildungsminister Sven Teuber: „95 Prozent unserer Schulen sind mit fobizz aktiv." Auf dem Bildungsserver hat das Pädagogische Landesinstitut dazu einen Bereich „Zukunftslabor.KI" eingerichtet.
SL
Saarland
Eigener Weg
Pflicht-Zertifikatskurs „Grundlagen der Künstlichen Intelligenz" + AIS.chat-Roll-out — Bildungsministerium / Online-Schule Saarland, Stand 2026
Verbindlichkeit: Kein Regelwerk — Steuerung über Portale & Tool-Zugänge
Keine klassische Handreichung, aber eine verbindliche Struktur: Vor der AIS.chat-Nutzung absolvieren Lehrkräfte den Zertifikatskurs „Grundlagen der Künstlichen Intelligenz" — zu Rechtsrahmen, Einsatzmöglichkeiten, Sicherheit und Qualität sowie dem eigenen Rollenverständnis. Das Land bezeichnet ihn als nach Art. 4 EU AI Act verpflichtende Eingangsstufe.
Datenschutz
Das Hosting der Anwendung in Deutschland ist verbindlich zugesichert, die Modelle laufen in der EU; dazu eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung und eine zentrale Prüfung nach DSGVO und Schulwesen-Datenschutzgesetz.
Schülernutzung
Schüler:innen erhalten von der Lehrkraft einen QR-Code für Lernszenarien oder Dialogpartner, mit begrenzter Nutzungszeit.
Lehrkräfte erhalten nach dem Kurs ein monatliches, kostenfreies Tokenvolumen; die Bilderzeugung ist nur für Lehrkräfte freigeschaltet.
SN
Sachsen
Eigener Weg
KI-Portal (MeSax) + KI-Ergänzungen zur Handreichung „Wissenschaftliches Arbeiten" — Landesamt für Schule und Bildung, MeSax-Themenseite, zuletzt aktualisiert Juli 2026
Verbindlichkeit: Empfehlung des Landesinstituts — fachliche Orientierung
Kein eigenständiger KI-Leitfaden, aber eine KI-Themenseite auf MeSax und eine KI-Ergänzung zur Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten — für die Facharbeit an der Fachoberschule und die Belegarbeit am Beruflichen Gymnasium.
Prüfungen & Bewertung
Für schriftliche Arbeiten: Kriterien und erlaubte Hilfsmittel vorab offenlegen; Schüler:innen erklären in einer Eigenständigkeitserklärung, welche KI sie wie genutzt haben — mit Prompts, Links oder Screenshots. Übernommene Passagen sind zu kennzeichnen, eine Nicht-Angabe gilt als Täuschungsversuch; ein Kolloquium kann die Eigenständigkeit prüfen. Für Prüfungen gilt seit Februar 2026: Wer unerlaubte Hilfsmittel mitführt, bereithält oder nutzt, erhält 0 Punkte bzw. Note 6; weicht ein Text nachträglich deutlich vom gewohnten Stil ab, folgt ein weiteres Prüfungsgespräch.
Datenschutz
Das Lehrkräfte-Werkzeug „Assistent KAI" ist kostenlos über Schullogin erreichbar. Das Land beschreibt den Zugang als datenschutzkonform; für konkrete Eingaben und schulische Einsatzfälle bleiben Zweck, Datenarten und Vorgaben zu beachten.
Schülernutzung
Im Schuljahr 2026/27 erprobt Sachsen eine erste Version des ländergemeinsamen Adaptiven Intelligenten Systems an drei Pilotschulen. Freigeschaltete Lehrkräfte und Schüler:innen greifen über Schullogin zu; im Mittelpunkt stehen zunächst Deutsch in Klasse 5 und Mathematik in Klasse 6.
„Assistent KAI" wurde 2024 zunächst erprobt und steht seit dem Schuljahr 2025/26 allen sächsischen Lehrkräften zur Verfügung. Das ländergemeinsame AIS befindet sich 2026/27 noch in einer Pilotphase.
ST
Sachsen-Anhalt
Handreichung
„Sprachmodelle im Schulunterricht: Chancen und Herausforderungen" — Landesinstitut LISA, September 2023, 1. Auflage
Verbindlichkeit: Empfehlung des Landesinstituts — fachliche Orientierung
Neun Empfehlungen für Schulen: klare Regeln mit den Lernenden vereinbaren, KI als Textwerkzeug, als Lernpartner und für Lehrmaterial nutzen.
Zugang zum Landeswerkzeug emuKI erst nach einer Fortbildung; wer emuKI-Zugang hat, kann auch AIS.chat nutzen, alle anderen absolvieren vorher eine KI-Kompetenz-Schulung.
Prüfungen & Bewertung
KI darf nicht genutzt werden, um Prüfungsleistungen zu fälschen. Mit den Lernenden sind klare Vorgaben zu vereinbaren, welche Hilfsmittel unter welchen Bedingungen erlaubt sind; als Vorbild nennt die Handreichung die Pflicht, genutzte KI ausdrücklich als Quelle anzugeben.
Datenschutz
emuKI basiert auf mehreren KI-Modellen von OpenAI und richtet sich an Lehrkräfte.
Schülernutzung
Über AIS.chat seit Schuljahr 2026/27 auch für Schüler:innen — ohne Klarnamen und eigene Konten, die Lehrkraft gibt den Zugang für konkrete Lernszenarien frei.
Mit emuKI ein landeseigenes KI-Werkzeug für Lehrkräfte; AIS.chat kam zum Schuljahr 2026/27 als Ergänzung dazu.
SH
Schleswig-Holstein
Handreichung
„KI@Schule — Tipps zur ersten Orientierung für Schulen" — Bildungsministerium / IQSH, 2023; Themenseite zuletzt aktualisiert Mai 2025
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Die Nutzung von KI gehört zum schulischen Auftrag nach § 4 Abs. 4 SchulG SH; gezielt eingesetzt könne sie Lehrkräfte entlasten und zu einer differenzierteren Diagnostik beitragen.
Prüfungen & Bewertung
Wird KI nur als Unterstützung oder Hilfsmittel genutzt — wie ein Lexikon —, kann eine eigenständige Leistung vorliegen; übernommener KI-Text ohne überwiegend eigenen Beitrag ist keine, und auch das bloße Eingeben von Arbeitsbefehlen reicht nicht. Solange es keine festen Zitierregeln für KI gibt, könne eine Übernahme wie ein Zitat behandelt werden.
Datenschutz
Die Handreichung von 2023 weist darauf hin, dass bereits eine Registrierung personenbezogene Daten beim Anbieter erzeugt. Konkrete Registrierungsanforderungen einzelner Dienste können sich ändern; Schulen sollen deshalb Verantwortlichkeiten, freigegebene Zugänge und Nutzungsregeln festlegen.
Schülernutzung
Vor dem Einsatz von KI-Diensten mit Schüler:innen verlangt die Handreichung schulinterne Festlegungen zu Verantwortlichkeiten und Nutzungsregeln.
Der KI-Modellversuch lief von September 2024 bis Juli 2025 an zuletzt 35 Pilotschulen. Die Ergebnisse flossen laut Land in AIS.chat ein; das Angebot steht seit November 2025 allen öffentlichen Schulen kostenlos zur Verfügung.
TH
Thüringen
Handreichung
„Umgang mit generativen KI-Modellen. Ein Handlungsleitfaden" — Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, April 2023
Verbindlichkeit: Ministerielle Handreichung — Orientierung, keine eigene Rechtsnorm
Klare Linie: Ein Verbot gilt als „realitätsfern und nicht durchsetzbar" — stattdessen konstruktiv-kritischer Umgang mit KI.
Den Rahmen gibt die Digitalstrategie Thüringer Schule (DiTS, 2018); Fortbildungen laufen über das ThILLM, dazu die Initiative „KI in der schulischen und außerschulischen Bildung".
Fach „Medienbildung und Informatik" seit Schuljahr 2024/25, aufwachsend ab der Doppeljahrgangsstufe 5/6 an Regelschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien — KI ist eines der Themen.
Schülernutzung
Schüler:innen sollen fundierte Kompetenzen für einen konstruktiven und produktiven Umgang mit KI erwerben.
Mit „Medienbildung und Informatik" hat Thüringen drei Schuljahre vor Hessen ein verpflichtendes Fach für digitale Grundbildung eingeführt — ohne KI im Titel, aber mit überschneidenden Inhalten. Der überarbeitete Lehrplan gilt ab 2026/27 (Jahrgänge 5 und 7) und wächst bis 2029/30 auf Jahrgang 10.
Der gemeinsame Rahmen
Was für alle Länder gilt: KMK & SWK
Unabhängig vom Bundesland geben zwei Dokumente die gemeinsame Richtung vor.
Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt" — um KI erweitert
Bildungsministerkonferenz (KMK) · Oktober 2026
Die sechs bestehenden Kompetenzbereiche bleiben erhalten und werden unter dem Blickwinkel der KI erweitert — kein siebter Bereich, kein getrenntes KI-Curriculum. Vier Perspektiven: mit KI bewusst umgehen, KI kreativ anwenden, KI gezielt einsetzen, KI aktiv mitgestalten. Genannt werden das kritische Bewerten KI-generierter Inhalte, der Umgang mit Verzerrungen, Datenschutz und Ethik sowie das Erkennen von Deepfakes. Zur Umsetzung angekündigt: eine interaktive Übersicht mit Reflexionsfragen, 22 Reflexionskarten für Schulen und ein „KMK-Navigator für KI-Kompetenzen" in AIS.chat. Ein Zeitplan für die Länder wurde nicht genannt.
„Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen"
Bildungsministerkonferenz (KMK) · Oktober 2024
Fünf Schwerpunkte: Didaktik, Prüfungskultur, Lehrkräftefortbildung, rechtlicher Rahmen und Chancengerechtigkeit. Leitmotiv ist der konstruktiv-kritische Umgang mit KI — Prüfungsformate sollen KI-Kompetenz abbilden statt sie auszusperren.
SWK-Impulspapier „Large Language Models und ihre Potenziale im Bildungssystem"
Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK · Januar 2024
In Grundschule und früher Sekundarstufe I zurückhaltend einsetzen (erst Basiskompetenzen sichern), gegen Ende der Sek I zunehmend für Texterstellung und -überarbeitung. Größtes Potenzial: die Unterrichtsvorbereitung der Lehrkräfte.
Sind die Handreichungen der Länder rechtlich verbindlich?
Meist nicht — die meisten Handreichungen sind Orientierungshilfen, keine Rechtsnormen. Verbindlich sind Schulgesetze, Prüfungs- und Datenschutzverordnungen deines Landes sowie Beschlüsse deiner Schule. Eine Ausnahme ist Baden-Württemberg, das den KI-Einsatz in der Digitalunterrichtsverordnung rechtsverbindlich geregelt hat. Praktisch heißt das: Die Handreichung zeigt dir die erwartete Linie deines Landes — bei Prüfungen und Bewertung zählt aber der Blick in die verbindlichen Vorgaben und die Abstimmung an deiner Schule.
Mein Bundesland hat keine eigene Handreichung — was gilt dann für mich?
Dann orientierst du dich an drei Ebenen: am gemeinsamen KMK-Rahmen aller Länder — der Handlungsempfehlung von 2024 für den Umgang mit KI im Unterricht und dem im Oktober 2026 um KI erweiterten Kompetenzrahmen für das, was Schüler:innen können sollen —, den allgemeinen Vorgaben deines Landes (Schulgesetz, Datenschutz, Prüfungsrecht) und den Beschlüssen deiner Schule. Viele Länder ohne eigenen Leitfaden stellen trotzdem Tools und Fortbildungen bereit — Rheinland-Pfalz etwa eine fobizz-Landeslizenz. Im Zweifel: Schulleitung oder Medienberatung fragen und schulinterne Regeln anregen.
Was ist AIS.chat — und warum taucht überall noch „telli" auf?
AIS.chat ist der ländergemeinsame KI-Chatbot für Schulen, betrieben vom FWU und finanziert über den DigitalPakt. Bis Mai 2026 hieß er „telli" — die Umbenennung erfolgte aus markenrechtlichen Gründen, Funktionen und Zugänge blieben erhalten. Ältere Handreichungen und viele Schul-Materialien verwenden noch den alten Namen. Die meisten Länder stellen AIS.chat inzwischen kostenlos bereit, teils mit Voraussetzungen wie einem Kompetenznachweis (Hessen) oder Pflicht-Zertifikatskurs (Saarland).
Darf ich ChatGPT nutzen, wenn mein Land ein eigenes Tool bereitstellt?
Die Landes-Tools sind ein Angebot, in der Regel kein Verbot anderer Dienste. Für Einsätze mit Schülerbezug sind bereitgestellte Werkzeuge meist der bessere Ausgangspunkt, weil Beschaffung und Datenschutzprüfung zentral vorbereitet wurden. Das ersetzt aber nicht die Prüfung der konkreten Freigabe, Konfiguration und zulässigen Daten. Öffentliche Dienste wie ChatGPT bleiben für allgemeine Vorbereitung ohne personenbezogene Daten nutzbar. Welche Daten wohin dürfen, zeigt unsere KI-Ampel auf einen Blick.
Was bedeutet der EU AI Act für mich als Lehrkraft?
Zwei Dinge. Erstens verlangt Artikel 4 seit Februar 2025 von Anbietern und Betreibern Maßnahmen, die die KI-Kompetenz ihres Personals unterstützen. Seit dem Digital Omnibus ist ausdrücklich kein bestimmtes individuelles Niveau garantiert oder ein Standardzertifikat vorgeschrieben. Einige Länder koppeln den Zugang zu ihren KI-Plattformen dennoch an eigene Einführungskurse. Zweitens gelten für Hochrisiko-Systeme im Bildungsbereich, etwa KI für Prüfungszugang oder Bewertung, ab 2. Dezember 2027 strengere Pflichten. Diese betreffen Anbieter und betreibende Stellen, nicht automatisch jede gewöhnliche Materialerstellung.
Wie aktuell ist diese Übersicht?
Die Übersicht wurde zuletzt im November 2026 redaktionell aktualisiert. Die Quellen führen zu offiziellen Unterlagen, darunter auch Antworten der Landesregierungen an die Landtage. Einzelne Dokumente sind älter; konkrete Freigaben müssen für den aktuellen Einsatz geprüft werden. Die Lage ändert sich laufend — neue Handreichungen, Tool-Roll-outs, Fristen. Größere Änderungen greifen wir im Blog auf. Wenn dir eine Änderung in deinem Land auffällt, die hier fehlt: Schreib uns über die Kontaktadresse im Impressum.