Fortbildung Aktualisiert: Mai 2026

KI-Fortbildung für Lehrer: Inhalte, Anbieter und Empfehlungen

Was gehört in eine gute KI-Fortbildung? Welche Stufe brauchst du? Wie wird AI Literacy zur Pflicht — und wie planst du einen Pädagogischen Tag selbst? Antworten, Selbst-Lernpfad und eine 90-Minuten-Workshop-Vorlage.

  • 10 Minuten Lesezeit
  • Für: Lehrkräfte, Schulleitungen, Fortbildungs-Beauftragte
Zum Lernpfad Workshop-Vorlage ansehen
  • EU-AI-Act-konform aufgebaut
  • Sechs Inhaltsbausteine + Lernpfad
  • 90-Minuten-Vorlage zum Selber-Halten

AI Literacy ist seit 2025 nicht Kür, sondern Pflicht.

Mit dem EU AI Act ist „angemessenes KI-Verständnis" für alle, die KI-Systeme einsetzen, rechtlich vorgeschrieben — auch für Lehrkräfte. Gleichzeitig ist KI im Schulalltag so nützlich wie nie. Dieser Ratgeber zeigt, welche Fortbildung wirklich hilft, welche Inhalte gehören und wie ein realistischer Lernpfad aussieht — vom 90-Minuten-Einstieg bis zum vollwertigen Multiplikator.

Warum jetzt fortbilden?

Drei Gründe. Erstens: KI ist Schulalltag geworden — Schüler:innen nutzen sie längst für Hausaufgaben, Recherchen, Texte. Wer als Lehrkraft mitreden will, muss verstehen, was KI kann (und was nicht).

Zweitens: Zeitersparnis im Vorbereitungs-Bereich. Eine Lehrkraft, die KI strukturiert für Routinearbeit nutzt, spart typischerweise mehrere Stunden pro Woche — bei gleicher oder besserer Qualität des Materials.

Drittens: Der EU AI Act. Seit Februar 2025 verpflichtet er Anwender:innen von KI-Systemen — auch Lehrkräfte — zu „angemessener KI-Kompetenz". Fortbildungen sind nicht nur sinnvoll, sondern zunehmend rechtlich erwartet.

AI Literacy und der EU AI Act

Was der EU AI Act für Lehrkräfte praktisch bedeutet — die wichtigsten Punkte.

  • Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Anbieter und Anwender von KI-Systemen, „angemessene KI-Kompetenz" sicherzustellen.
  • Für Schulen heißt das: Lehrkräfte, die KI im Unterricht einsetzen, brauchen Grundverständnis zu Möglichkeiten, Grenzen, Bias und Datenschutz.
  • Eine formale Zertifizierung ist (noch) nicht zwingend — aber eine dokumentierte Fortbildung wird zunehmend Standard.
  • Schulen, die KI-Einsatz nachweisen können (Konzept + Fortbildungs-Dokumentation), sind rechtlich gut aufgestellt.
  • Schulleitungen tragen Verantwortung dafür, dass das Kollegium fortgebildet wird — vergleichbar mit Datenschutz- und Brandschutz-Schulungen.

Inhalte einer guten Fortbildung

Eine sinnvolle KI-Fortbildung deckt sechs Bausteine ab — von theoretischen Grundlagen bis zu konkreter Praxis.

Was ist KI — und was nicht?

Verständnis von Sprachmodellen, Bildgeneratoren und Halluzinationen. Nicht technisch, aber genau genug, um Risiken einzuschätzen.

Prompting für Lehrkräfte

Wie aus „Mach mal ein Arbeitsblatt" ein präziser Prompt wird, der brauchbare Ergebnisse liefert. Die wichtigste praktische Kompetenz.

Tool-Landschaft

Welche Tools für welche Aufgabe — ChatGPT, Fobizz, SchulKI, Canva, Copilot, Gemini im Vergleich. Stärken, Schwächen, Kosten.

Datenschutz in der Praxis

DSGVO-Grundregeln, was darf rein/was nicht, Bundesland-spezifische Vorgaben, AV-Vertrag. Ohne Juristen-Deutsch.

Aufgabenformate, die mit KI funktionieren

Klassische Hausaufgaben verändern sich. Neue Formate: Prozessdokumentation, Reflexion, Anwendung im Unterricht.

KI-Kompetenz für Schüler:innen

Was Schüler:innen über KI wissen und können sollten — Prompt-Kompetenz, Quellenkritik, Halluzinations-Erkennung.

Online vs. Präsenz vs. Mikro

Vier Formate — jedes mit eigenem Sweet-Spot. Was zu deinem Kollegium passt, hängt von Erfahrung, Zeit und Ziel ab.

Mikrofortbildung

15–30 Min.

Wann: Konferenz-Slot, Pause, Selbststudium

Schnelle Impulse — neue Tools, Updates, Mini-Tricks. Niedrigschwellig fürs ganze Kollegium.

Pädagogischer Tag

3–6 Std.

Wann: Schulinterner Fortbildungstag, SchiLF

Ganzes Kollegium in einen einheitlichen Stand bringen — Grundlagen + Hands-on + Datenschutz.

Online-Selbstlernkurs

5–15 Std.

Wann: Eigenes Tempo, asynchron

Lehrkräfte mit Vorerfahrung, die gezielt vertiefen wollen — Prompt-Engineering, fachspezifische Anwendung.

Multiplikator-Ausbildung

20–40 Std.

Wann: Mehrere Wochen, Hybridmix

Medienbeauftragte, Fachschaftsleitungen, die selbst Fortbildungen anbieten sollen.

Vier Kompetenzstufen

Nicht jede Lehrkraft braucht Multiplikator-Niveau. Diese vier Stufen helfen, das eigene Ziel realistisch festzulegen.

Stufe 1 — Beobachten

Versteht grob, was KI ist und wo sie eingesetzt wird. Kann Risiken (Halluzination, Bias, Datenschutz) benennen.

Alle Lehrkräfte (EU AI Act)

Stufe 2 — Anwenden

Nutzt KI für eigene Vorbereitung — Arbeitsblätter, Stundenentwürfe, Korrekturhilfen. Beherrscht Grundregeln Datenschutz.

Empfohlen für Lehrkräfte mit Praxisinteresse

Stufe 3 — Gestalten

Setzt KI didaktisch reflektiert im Unterricht ein. Entwickelt eigene Prompts und Aufgabenformate. Erklärt Schüler:innen KI-Grundlagen.

Empfehlung für Klassen-/Fachlehrkräfte

Stufe 4 — Multiplizieren

Berät Kolleg:innen, organisiert Fortbildungen, entwickelt schulische KI-Konzepte mit. Aktualisiert sich kontinuierlich.

Medienbeauftragte, Fachschaftsleitungen, Schulleitungen

Empfohlener Lernpfad

Sechs Schritte vom „noch nie ausprobiert" bis zur produktiven Routine. Gesamt-Zeitaufwand: rund 8–12 Stunden über drei Monate.

  1. Schritt 1: Erstes Tool ausprobieren

    Wähle EIN Tool (z. B. ChatGPT oder SchulKI), erstelle damit dein erstes Arbeitsblatt. Maximal 30 Minuten — vor allem: Hemmschwelle abbauen.

  2. Schritt 2: Datenschutz-Grundregeln verinnerlichen

    Die eine Regel („keine personenbezogenen Schülerdaten") plus ein Bundesland-Check. 15 Minuten.

  3. Schritt 3: 60-Minuten-Crashkurs Prompting

    Verstehe, was einen guten Prompt ausmacht. Üben anhand realer Vorbereitungs-Aufgaben aus der eigenen Woche.

  4. Schritt 4: Erste Routine bauen

    Lege ein bis zwei Aufgabentypen fest, die du regelmäßig mit KI machst (z. B. Arbeitsblätter, Feedback). Routine kommt durch Wiederholung.

  5. Schritt 5: Mit Kolleg:innen austauschen

    Sprich mit ein bis zwei Kolleg:innen über deine Erfahrungen. Beste Lernform: gemeinsam ausprobieren. Idealerweise in der Fachschaft.

  6. Schritt 6: Vertiefung wählen

    Nach 3–6 Monaten Routine: Vertiefung in einem Bereich (Datenschutz für Schulleitung, Multiplikator-Schulung, Fach-Anwendung).

Pädagogischen Tag selbst planen

Eine erprobte 90-Minuten-Vorlage — modular, hands-on, direkt nachnutzbar.

Vorlage

90-Minuten-Mini-Workshop „KI im Unterricht"

So strukturierst du eine Fortbildung für 8–30 Lehrkräfte — ohne externe Trainer:innen, mit Hands-on-Anteil und klarem Ergebnis am Ende.

0–10 Min: Demo (Studio-Live-Beispiel) 10–30 Min: 6 Grundbausteine im Überblick 30–60 Min: Hands-on — jede:r baut einen Prompt 60–80 Min: Datenschutz + AI-Act-Mini-Briefing 80–90 Min: Reflexion + nächste Schritte Bis zu 30 Teilnehmer:innen, ein:e Moderator:in

Häufige Fragen

Was bedeutet AI Literacy laut EU AI Act für Lehrkräfte?

Der EU AI Act fordert seit Februar 2025, dass alle, die KI-Systeme einsetzen, „angemessenes Verständnis" für deren Funktionsweise und Risiken haben. Für Lehrkräfte heißt das: Grundkenntnisse zu Möglichkeiten, Grenzen, Bias, Halluzinationen und Datenschutz. Eine formale Zertifizierung ist (noch) nicht zwingend, eine dokumentierte Fortbildung aber sinnvoll.

Welche KI-Fortbildung ist die beste?

Es kommt auf deine Stufe an. Für absolute Anfänger:innen: eine 90-Minuten-Mikrofortbildung oder eine Pädagogischer-Tag-Schulung. Für Fortgeschrittene: ein gezielter Online-Kurs zu Prompt-Engineering oder fachspezifischer Anwendung. Für Multiplikator:innen: längere Hybrid-Programme. Hauptregel: lieber kurz und praktisch als lang und theoretisch.

Wer übernimmt die Kosten für KI-Fortbildungen?

Hängt vom Bundesland und der Fortbildung ab. Landesinstitute (z. B. SchiLF, regionale Fortbildungsinstitute) bieten viele KI-Fortbildungen kostenlos für Lehrkräfte. Private Anbieter sind kostenpflichtig — viele Schulträger übernehmen die Kosten für ganze Kollegien. Frag bei deiner Schulleitung oder Fortbildungsbeauftragten nach.

Kann man KI im Selbststudium lernen?

Ja, vor allem für Stufe 1 und 2. YouTube-Tutorials, kostenlose Kurse von Anbietern wie fobizz oder Bildungsverlagen, ausprobieren mit echten Aufgaben. Schwieriger im Selbststudium: didaktische Reflexion und Multiplikator-Kompetenz — dafür hilft Austausch mit Kolleg:innen.

Wie lange dauert es, KI sinnvoll nutzen zu können?

Für erste brauchbare Ergebnisse: 30 Minuten. Für eine produktive Routine in einem Anwendungsbereich: 2–3 Stunden Lernzeit über zwei Wochen. Für sichere Tool-Beherrschung mit Datenschutz-Verständnis: 8–15 Stunden. Für Multiplikator-Niveau: 20+ Stunden plus Erfahrung im realen Einsatz.

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Fortbildung beginnt mit dem ersten Prompt

Eine 90-Minuten-Mini-Fortbildung im Kollegium ist meist wirkungsvoller als ein gebuchter Externer. Mit Prompt-Studio und Regeln-Vorlage hast du alles, was du brauchst.

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