Alltagsvorbereitung
Arbeitsblätter, Übungsmaterial, Stundenideen für normale Stunden: Hier ist KI ein legitimes Werkzeug — so wie Schulbuch, Tauschbörse oder Kolleg:innen-Material. Fachlich prüfen musst du ohnehin alles.
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Kaum jemand hat mehr Vorbereitungsdruck als Referendar:innen — und kaum irgendwo ist die Grenze zwischen legitimer Entlastung und Prüfungsrisiko so schmal. Hier ist die ehrliche Landkarte: was KI dir abnimmt, wo sie dich gefährdet und welche Regeln Vorrang haben.
Fast jede Frage zu KI im Referendariat beantwortet sich über diese Unterscheidung.
Arbeitsblätter, Übungsmaterial, Stundenideen für normale Stunden: Hier ist KI ein legitimes Werkzeug — so wie Schulbuch, Tauschbörse oder Kolleg:innen-Material. Fachlich prüfen musst du ohnehin alles.
Lehrproben-Entwürfe, Examensarbeiten, Portfolio-Texte: Hier zählt deine eigene, nachweisbare Leistung. KI-Nutzung ist je nach Seminar untersagt oder kennzeichnungspflichtig — vorher klären, nicht hinterher hoffen.
Recherche und Ideen-Sparring für Prüfungsstunden: Ob das zulässig ist, regelt dein Studienseminar — die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland und Seminar erheblich. Im Zweifel: Seminarleitung fragen.
Alle drei für Alltagsvorbereitung und Sparring gedacht — nicht für Prüfungsdokumente.
Schneller Fach-Überblick inklusive typischer Fehlvorstellungen.
Ich bin Referendar:in und unterrichte demnächst [Thema] in [Fach], Klasse [Klasse]. Gib mir: 1. die 5 wichtigsten fachlichen Kernideen auf dem Niveau der Klassenstufe, 2. typische Fehlvorstellungen und Schülerfehler zu diesem Thema mit kurzer Erklärung, warum sie entstehen, 3. zwei bewährte Zugänge oder Kontexte für den Einstieg. Keine Quellenangaben erfinden — wenn du dir bei einem Punkt unsicher bist, sag es.
Erwartete Schülerreaktionen und Plan B vor der Stunde durchspielen.
Hier ist mein Stundenverlauf für [Fach], Klasse [Klasse], Thema [Thema]: [Verlauf einfügen]. Spiele die Stunde kritisch durch: 1. An welchen Stellen ist der Zeitplan unrealistisch? 2. Welche Schülerantworten oder -probleme sind in der Erarbeitung wahrscheinlich? 3. Was mache ich, wenn die Lerngruppe deutlich schneller oder langsamer ist? Antworte konkret und ehrlich — ich will die Schwachstellen vor der Stunde finden, nicht danach.
Vier Alternativen mit Aufwand und Risiko — statt immer Unterrichtsgespräch.
Für die [Einstiegs-/Erarbeitungs-/Sicherungs-]Phase meiner Stunde in [Fach], Klasse [Klasse], zum Thema [Thema] nutze ich bisher [bisherige Methode]. Schlage vier Alternativen vor, die zu einer Lerngruppe mit [kurze Beschreibung, z. B. „unruhig, aber diskussionsfreudig"] passen. Gib pro Methode an: Ablauf in 3 Schritten, Materialaufwand, Zeitbedarf, größtes Risiko in der Durchführung und woran ich merke, dass sie funktioniert.
Für die alltägliche Unterrichtsvorbereitung: in aller Regel ja — KI ist ein Werkzeug wie Schulbuch oder Materialbörse, und niemand verlangt, dass du jedes Arbeitsblatt von Hand erfindest. Anders sieht es bei Prüfungsleistungen aus (Lehrproben-Entwürfe, Examensarbeit): Dort gelten die Regeln deines Studienseminars und deiner Prüfungsordnung, und die reichen von Verbot über Kennzeichnungspflicht bis zu erlaubter Nutzung. Diese Regeln haben immer Vorrang — frag im Zweifel deine Seminarleitung, bevor es relevant wird.
Davon raten wir ab — aus zwei Gründen. Rechtlich: Der ausführliche Entwurf ist meist eine Prüfungsleistung mit Eigenständigkeitserklärung; undeklarierte KI-Nutzung kann als Täuschung gewertet werden. Praktisch: Generische didaktische Begründungen fallen erfahrenen Seminarleitungen sofort auf, und in der Nachbesprechung musst du jede Entscheidung selbst vertreten können. KI als Ideen-Sparring für die Grobplanung ist je nach Seminar vertretbar — der Entwurf selbst sollte von dir sein.
Für Alltagsmaterial (Arbeitsblätter, Übungen) verlangt das in der Regel niemand — entscheidend ist, dass es fachlich stimmt und zur Lerngruppe passt. Bei allem, was bewertet wird oder zur Prüfung gehört, gilt: Kennzeichnen, wenn dein Seminar oder deine Prüfungsordnung es verlangt — und das tun immer mehr. Transparenz schützt dich; eine nachträglich entdeckte, verschwiegene Nutzung wirkt immer schlechter als eine deklarierte.
Wenn deine Ausbildungsschule oder dein Land ein datenschutzkonformes Tool bereitstellt (AIS.chat, fobizz, SchulKI), nutze das — dann bist du auch bei schulbezogenen Inhalten auf der sicheren Seite. Für allgemeine Vorbereitung ohne Schülerdaten funktionieren auch ChatGPT, Claude oder Gemini. Die Grenze zieht nicht das Tool, sondern der Inhalt: keine Schülernamen, keine Diagnosen, keine Bewertungen in öffentliche Dienste. Unsere KI-Ampel fasst das auf einer Seite zusammen.
Zuverlässige KI-Detektoren gibt es nicht — aber darauf solltest du dich nicht verlassen, in beide Richtungen. Erfahrene Ausbilder:innen erkennen weniger „KI-Sprache" als vielmehr fehlende Passung: Begründungen, die auf jede Lerngruppe passen würden, Methoden ohne Bezug zu deinen konkreten Schüler:innen, ein Entwurf, der besser klingt als die gehaltene Stunde. Das eigentliche Risiko ist nicht das Erkanntwerden, sondern dass du in der Reflexion Entscheidungen verteidigen musst, die du nicht selbst getroffen hast.
Ja — wenn du sie für die richtigen Aufgaben einsetzt. Den größten Effekt hat sie bei Materialerstellung und Differenzierung (aus einer Aufgabe drei Niveaustufen) sowie bei der Einarbeitung in Themen, die du lange nicht unterrichtet hast. Kaum Zeit spart sie bei allem, was echte Kenntnis deiner Lerngruppe braucht. Realistisch: 2–4 Stunden pro Woche bei der Vorbereitung — die du in Schlaf, Nachbesprechungen oder deine Examensarbeit stecken kannst.