Das FWU hat AIS.chat technisch umgebaut. Bisher beantwortete der Chatbot Fragen direkt aus dem Modellwissen oder aus einer hochgeladenen Datei. Mit der neuen „Agenten-Architektur" kann das Sprachmodell selbstständig Zwischenschritte auslösen — sogenannte Werkzeugaufrufe: eine Websuche starten, gezielt in einem Dokument suchen oder mehrere Recherchen gleichzeitig laufen lassen. Für Nutzer:innen bleibt die Oberfläche ein Chat.
Vier Verbesserungen nennt das FWU konkret
Dokumente werden je nach Frage komplett analysiert oder nur gezielt durchsucht; Anschlussfragen in längeren Gesprächen werden besser verstanden; Webrecherchen laufen parallel statt nacheinander; und Inhalte aus eigenen Dateien fließen in die Online-Recherche ein. Wer also einen Lehrplan-Auszug hochlädt und dazu aktuelle Materialien sucht, bekommt beides in einer Antwort.
Interessanter als die Technik ist die Richtung
Die Architektur ist die Grundlage, um AIS.chat mit spezialisierten Wissensquellen zu verbinden. Bereits angebunden ist MUNDO, die Bildungsmediathek der Länder. Angekündigt sind die Lehrpläne verschiedener Klassenstufen und Schulformen — damit könnte der Chatbot Vorschläge künftig direkt an den Vorgaben des jeweiligen Bundeslands ausrichten, statt allgemein zu antworten.
Parallel wurde das Angebot pädagogisch erweitert: Seit Mai gibt es den Dialogpartner „Sid" für selbstgesteuertes Üben, seit Juli „Piwi" für die Grundschule. Der Quellcode bleibt offen auf GitHub.
Unverändert offen ist die Frage der Finanzierung nach Ende 2026 — dazu gibt es weiterhin keine offizielle Aussage. Für den Alltag gilt: Wer AIS.chat über sein Bundesland nutzen kann, bekommt gerade ein spürbar leistungsfähigeres Werkzeug. Die Grundregeln — Ergebnisse prüfen, keine unnötigen personenbezogenen Daten hochladen — gelten auch für Agenten.
Vertiefen
Weiterführende Informationen zum Thema findest du auf dieser Seite:
FWU: Neue Agenten-Architektur in AIS.chat