News · Forschung Veröffentlicht 31. Oktober 2026

PISA 2025: Die Hälfte nutzt KI mindestens wöchentlich zum Lernen

Die im September veröffentlichten PISA-2025-Ergebnisse zeigen: In Deutschland nutzen 50 Prozent der 15-Jährigen KI-Chatbots mindestens einmal pro Woche als Lernhilfe. 36 Prozent lassen sich mindestens wöchentlich Texte für Hausaufgaben entwerfen. Diese Selbstauskünfte beschreiben verbreitete Praktiken, belegen aber keinen Lernerfolg durch KI. Unsere Analyse ordnet ein, was Schulen aus den Daten ableiten können.

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PaukKI Redaktion

Bei PISA geht es nicht nur um Testaufgaben. Die Jugendlichen beantworten auch Fragen zu ihrem Lernen und Schulalltag. 2025 erfasste die Studie die Nutzung von KI-Chatbots für verschiedene schulische Tätigkeiten. Der deutsche Länderbericht unterscheidet Lernhilfe, Recherche, Zusammenfassungen und das Entwerfen von Texten. Diese Zwecke sind nicht austauschbar: Sich einen Begriff erklären zu lassen ist eine andere Lernhandlung, als einen fertigen Text anzufordern.

Ein Textentwurf ist noch keine Täuschung

Die Nutzung zum Entwerfen von Hausaufgabentexten sagt für sich genommen nicht, ob Jugendliche die Texte unverändert abgeben oder gegen eine schulische Regel verstoßen. Auch die Angabe „Lernhilfe“ verrät noch nicht, ob ein Chatbot einen Denkschritt erklärt oder ihn übernimmt. Für das Kollegium ist deshalb die konkrete Aufgabe aussagekräftiger als eine pauschale Einteilung in KI-Nutzende und Nichtnutzende.

Zusammenhang ist keine Wirkung

Der internationale OECD-Bericht beschreibt unterschiedliche Zusammenhänge zwischen Nutzungszweck, Häufigkeit und Naturwissenschaftsleistung. Im OECD-Durchschnitt schneiden wöchentliche Nutzende von KI als Lernhilfe nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds ähnlich ab wie Nichtnutzende. Sehr häufige Nutzung geht dagegen mit niedrigeren Werten einher. Das ist eine internationale Einordnung, kein hier ausgewiesener deutscher Gruppenvergleich.

Die OECD warnt davor, solche Beziehungen unmittelbar als negative KI-Wirkung zu lesen. Wer Unterstützung sucht und wie diese genutzt wird, kann den Zusammenhang mitprägen. Die Daten belegen also weder, dass KI schlechte Leistungen verursacht, noch dass ein Verzicht automatisch bessere Ergebnisse erzeugt.

Eine Frage für die nächste Unterrichtsplanung

Unser Vorschlag: Bei jeder KI-Aufgabe festlegen, was die Lernenden anschließend selbst erklären, prüfen oder auf eine neue Situation übertragen sollen. Das schafft einen überprüfbaren Lernanlass. Eine hohe Nutzungsquote allein beantwortet die Frage nach gutem Unterricht noch nicht.

Eckdaten

Format dieses Beitrags
Analyse bereits veröffentlichter Ergebnisse
Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse
8. September 2026; Erhebung 2025
Deutsche Stichprobe
6.659 Jugendliche an 246 Schulen
KI-Angaben
Selbstberichtete Nutzung, keine beobachteten einzelnen Chatverläufe

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Quellen und Faktencheck

Zuletzt geprüft am 31. Oktober 2026. Die Links führen zu den Unterlagen, auf denen die zentralen Tatsachenangaben beruhen.