News · Bundesländer Veröffentlicht 3. August 2026

Bayern: Debatten, Erklärvideos und Portfolios zählen seit 1. August als Leistungsnachweis

Wegen KI baut Bayern die Prüfungskultur um: Seit dem 1. August 2026 dürfen an Realschulen und Gymnasien auch Debatten, Erklärvideos, digitale Portfolios, Präsentationen und Podcasts als Leistungsnachweise gewertet werden. Die Zahl verpflichtender Schulaufgaben sinkt in einigen Jahrgängen. Klassische Klausuren bleiben aber der Kern.

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PaukKI Redaktion

Kultusministerin Anna Stolz begründet den Schritt ausdrücklich mit der Künstlichen Intelligenz: „Die Herausforderungen durch die Künstliche Intelligenz und den digitalen Wandel in all seinen Facetten nehmen in nahezu allen Lebensbereichen rasant zu." Mit dem Schuljahr 2026/27 gelten in Bayern deshalb geänderte Schulordnungen.

Die Änderungen im Überblick

An Gymnasien und Realschulen dürfen neben schriftlichen Arbeiten auch Debatten, Erklärvideos, digitale Portfolios, Präsentationen und Podcasts als Leistungsnachweise gewertet werden. Gymnasien sollen prozessorientiertes Schreiben mit Feedback- und Überarbeitungsschleifen stärken. Die Zahl der verpflichtenden Schulaufgaben in Deutsch (Jahrgangsstufen 5–8) und Mathematik (Jahrgangsstufe 9) sinkt am Gymnasium von vier auf drei; an Realschulen werden statt drei nur noch zwei kleine Leistungsnachweise pro Halbjahr verlangt.

Wichtig zur Einordnung

Noten, Schulaufgaben und Klassenarbeiten bleiben das Rückgrat der Bewertung. Die neuen Formate ergänzen, sie ersetzen nicht. Und sie sind eine Kann-Regelung — ob eine Fachschaft ein Portfolio oder einen Podcast als Leistungsnachweis zulässt, entscheidet sie selbst.

Bayern setzt damit um, was die KMK-Handlungsempfehlung als Leitlinie vorgibt: Prüfungsformate sollen KI-Kompetenz abbilden, statt KI auszusperren. Ein mündlicher Streit, ein Erklärvideo oder ein dokumentierter Schreibprozess sind schwerer an eine KI zu delegieren als ein Aufsatz über Nacht — und sie zeigen, ob jemand ein Thema verstanden hat. Andere Länder beobachten das genau; entsprechende Diskussionen laufen in mehreren Kultusministerien.

Für bayerische Kolleg:innen heißt das: In der Fachschaft klären, welche Formate im eigenen Fach sinnvoll sind, Bewertungsraster dafür entwickeln und Schüler:innen die Kriterien vorab transparent machen. Wie das konkret geht, zeigt unser Ratgeber zu Prüfungen und Bewertung mit KI.

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