Zwei Jahre nach der ersten Erhebung hat Bitkom Research erneut Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II befragt. Die Nutzung wächst — aber langsamer, als der Hype vermuten lässt: 58 % setzen KI für schulische Zwecke ein (2024: 51 %). Nur 6 % nutzen sie täglich, 24 % wöchentlich, 28 % seltener. 19 % haben KI noch nicht genutzt, sind aber offen; weitere 19 % können sich den Einsatz nicht vorstellen.
Die Haltung ist ambivalent. 66 % sehen KI als Chance für die schulische Bildung, 23 % eher als Risiko, 6 % als großes Risiko. 89 % finden, dass jede Schülerin und jeder Schüler lernen sollte, KI zu nutzen — und gleichzeitig sagen 42 %, KI führe zur „Verdummung" von Schüler:innen. Beides zugleich zu glauben ist kein Widerspruch, sondern der Kern der Debatte: KI-Kompetenz heißt eben auch zu wissen, wann man sie nicht einsetzt.
Bei der Fortbildung bewegt sich etwas: 51 % haben sich im Schuljahr 2025/26 zu digitalen Technologien fortgebildet; 78 % fordern verpflichtende, regelmäßige Fortbildungen zu digitaler Bildung. Die Rahmenbedingungen bleiben das Problem: Nur 48 % bewerten die technische Ausstattung ihrer Schule als gut oder sehr gut, 40 % berichten von schlechtem oder fehlendem WLAN, 44 % vermissen eine Digitalisierungsstrategie, 80 % fühlen sich von der Politik zu wenig unterstützt. Positiv: 80 % beobachten mehr Motivation durch digitale Werkzeuge, 64 % nutzen sie zur Individualisierung.
Unsere Einordnung
Die Zahlen passen zum Schulbarometer vom Juni — Lehrkräfte nutzen KI vor allem für sich selbst (Vorbereitung, Material), im Unterricht mit Schüler:innen noch zurückhaltend. Der Grund ist selten Ablehnung, sondern fehlende Freigaben, Geräte und Zeit. Wer einsteigen will, findet bei uns den Weg vom eigenen Arbeitsplatz in die Klasse.
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KI-Kompetenz in der Schule